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Die Drei Schluchten wurden seit der späten Han Dynastie (23-220 n.Chr.) so genannt. Die Bezeichnung umschließt die zahlreichen Untiefen und Schluchten des Yangtze Flusses zwischen Wanxian und Yichang. Die Drei Schluchten sind die Qutang Schlucht (8 km), die Wuxia-Schlucht (45 km) und die Xilong-Schlucht (66 km).
Die Reise durch die Drei Schluchten beginnt normalerweise bei Morgendämmerung in Wanxian. Die erste Stadt, an der wir vorbeikommen ist Baidicheng, eine Stadt, die eng mit den Ereignissen aus den"Drei Königreichen" verknüpft ist. Hier starb Liu Bei aus Verzweiflung darüber, dass er seinen angeschworenen Bruder Guan Yu nicht rächen konnte. Dieser beiden Krieger und ebenso ihrer Verbündeten Zhuge Liang und Zhang Fei wird im Baidi-Tempel gedacht.
Die Qutang Schlucht
Die erste der Schluchten bietet einen beindruckenden Anblick, ihre wilden Wassermassen wurden vom Song-Poeten Su Dongpo „wie tausende Seen, die in eine Tasse geleert wurden“ beschrieben. Lu You, ein Gelehrter aus der Südlichen Song Dynastie (1120 – 1279), erzählt detaillierter von seiner Fahrt flussabwärts:
“Als wir in die Qutang-Schlucht einfuhren, sah ich felsige Wände in die Wolken ragen, die einander beidseits des Flusses gegenüberstanden. Sie waren so glatt, als seien sie mittels einer Axt geschlagen worden. Ich hob meinen Kopf und schaute hinauf. Der Himmel war so schmal wie ein Wasserfall. Aber kein Wasser kam herunter. Der Fluss in der Schlucht war so ebenmäßig wie schimmerndes Öl.“
Aus “Record on Going to Sichuan” von Lu You (1170)
In diese vertikalen Klippen sind die Meng Liang’s Treppen eingelassen, rechteckige Löcher, die bis zur Platform, die sich auf dem halben Weg aufwärts befindet, in den Felsen gemeißelt wurden. Es heisst in der Legende, dass der Song-General Yang Jiye dort von Verrätern getötet wurde. Als dessen Leibwächter die Felsen hinaufkletterte und dort den kopflosen Körper vorfand, wurde er von einem Mönch getäuscht, welchen er später bezwang und an den Füßen über den Felsen aufhängte.
Die Wuxia Schlucht
Das Zeichen “Wu” bedeutet Schamane. Die Schlucht wurde nach einem kaiserlichen Arzt benannt, der Wu Xian hieß und während der Zeit von König Yao lebte. Diese zweite Schluchtenreihe, Wuxia, beginnt in Wushan – fantastische Felshänge erstrecken sich über 45 km. Die Fabel erzählt, dass die Göttin Yao Ji und ihre elf Schwestern hier einige unbändige Flussdrachen bezwungen haben und sich selbst dann in Berge verwandelten, die so platziert waren, dass sie helfen konnten, Schiffe flussabwärts zu lotsen. In der Nähe befindet sich eine Felsinschrift, die dem Strategen Zhuge Liang aus den Drei Königsreichen zugeschrieben wird und die verkündet: „Die Gipfel von Wuxia werden höher und höher“ – diese Worte sind mehrdeutig und flößten dem feindlichen General so viel Angst ein, dass er sofort nachdem er sie gelesen hatte, umdrehte und mit seiner Armee floh.
Ein kleiner Ausflug den Danning Fluss hoch bringt Sie durch die pittoresken Kleinen Drei Schluchten (siehe obiges Foto). Dem Ende zu werden Sie hoch oben am Felsen hängende Särge sehen. Diese Art von Bestattung war vor 2000 Jahren Brauch bei der Ba Bevölkerung und die Särge ähneln anderen, die in Gongxian in der Nähe von Yibin ebenfalls in den Felsen gefunden wurden. Diese hängenden Särge sollen auf die Ming-Dynastie (1368 - 1644) zurückgehen. Keiner kann genau erklären wie oder warum dieser Brauch auftauchte, doch man weiss von der Ba Bevölkerung – die es nicht mehr gibt – dass sie einige verwunderliche Verhaltensweisen hatten, wie etwa dem Himmel gegenüber Widerspruch zu erheben. Ein Beispiel dafür ist, dass sie im Sommer zu viele Kleider trugen und im Winter zu wenige.
Die Xiling Schlucht
Die Stadt Zigui, die sich weiter flussabwärts befindet, war der Geburtsort des Poeten Qu Yuan, dessen Selbstmord vor circa zweitausend Jahren in ganz China immer noch durch Drachenbootrennen gedacht wird. Hier beginnt auch die Xiling-Schlucht, die längste und der Überlieferung nach heimtückischste der Drei Schluchten.
“Die Xintan Untiefe” von Su Shi (Song-Dynastie)
“Unser flaches Boot führt an den windigen Bergen vorbei,
Wir sind von dem Panorama, dem wir uns nähern überwältigt.
Die Brandung spült weisse Wellen in den Fluss,
Die sich wie Schnee, der vom Himmel fällt heben und senken,
Jede Woge höher als die vorhergehende,
Alle fallen auf die Flussbettsenke,
Kleine Fische stürmen auseinander und kommen anschließend wieder zusammen,
Tauchen auf und verschwinden als wären sie in kochendem Wasser,
Die Kormorane wagen es nicht, in den Fluss zu tauchen,
Sie überqueren ihn nur mit ihren leichten Flügeln schlagend.
Die Reiher waten im seichten Wasser, schlank und beweglich,
Aber manchmal können sie nicht still stehen.
Und von den Menschen an Bord des schmalen Bootes,
Getraut sich keiner als schlechter Ruderer zu gelten.
Sie gehen zum Tempel am Ufer um für ihre Sicherheit zu beten.
Die Landschaft hat sich seit jener Zeit kaum verändert, aber die Felsen, Stromschnellen und Treidler, die sich durch diese Schlucht quälen mussten gibt es nicht mehr. Ihr Schiff wird ganz leicht passieren und zu einer Reihe von Kleineren Schluchten weiterfahren, deren Felsform ihnen so glanzvolle Namen wie „Schwert und Buch“, „Ochsenleber“ und „Pferdelunge“ verliehen hat. Eine andere dieser Schluchten, die Huang Mao Xia, die Schlucht der Gelben Katze, ist der Sitz des monstruösen Drei Schluchten Staudammes, der in 2009 fertig gestellt werden soll. Dahinter befinden sich die blanken Felsen und Strömungen des Nanjin Passes und die breite, sanfte Ebene oberhalb von Gezhouba, einem großen Dammkomplex mit Stromkraftwerk, Schleusen und Schleusentoren. Das Schiff quetscht sich durch die Schleuse, was einige Zeit benötigen kann, bevor es in Yichang ankommt.
Die Geologische Formation der Drei Schluchten
Während der triassischen Periode vor etwa 200 Millionen Jahren floss das Mittelmeer bis weit östlich des Yangtze-Fluss-Tales. Als sich die indochinesische orogenische Bewegung (Gebirgsbildung) ereignete, fiel die westliche Landmasse ab und das Mittelmeer zog sich zurück. Gleichzeitig erhoben sich die Qingling-Berge in Zentralchina und im Yangtze-Flusstal bildetete sich ein Seen- und Flusssysstem, das nach Westen, in Richtung Mittelmeer floss. 130 Millionen Jahre später erfolgte die Yangshan-Bewegung, durch die das aus Kalkstein geformte Sichuan-Becken und der Bereich der Drei Schluchten in ihre aktuelle Lage kamen. Deshalb ist es möglich, in dieser Gegend auf 1000 m Seehöhe Steine und Felsen zu finden, die zu den Meeresgründen dieser vergangenen geologischen Zeitspanne gehören.
Die Orogenese-Bewegung des Himalaya, die 30 Millionen Jahre später erfolgte (und deretwegen sich die Drei Schluchten weiterhin 2-4 Millimeter pro Jahr erheben), bewirkte im Westen der Drei Schluchten dramatische Veränderungen: schwindelerregende Berge, Hochplateaus und tiefe Täler formierten sich. Zu dieser Zeit strömten zwei Flüsse aus einem großen See im Bereich der Drei Schluchten, einer nach Westen, der andere nach Osten. Weil der Höhenunterschied im östlichen Fluss weitaus größer als der im Westen war und dadurch die Erosion viel schneller vonstatten ging, trafen die beiden Flüsse letztendlich aufeinander und rissen einen gefährlichen Weg durch die Drei Schluchten. Die so vereinten Wassermassen flossen nun nach Osten.
Die Folgen des Drei Schluchten Staudammes
Da die Drei Schluchten weitaus höher sind als die geplante Wasserpegelerhöhung von 80 Metern, werden sie niemals von dem Reservoir überflutet werden. Allerdings werden sie 80 Meter niedriger sein und daher nicht mehr so dramatisch wirken wie jetzt. Besucher sollten sich daran erinnern, dass nach der Fertigstellung des Gezhouba Dammes im Jahre 1988 der Wasserpegel in den Drei Schluchten schon einmal um 10 Meter gestiegen ist.
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