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Chengdu hat eine poetische Vergangenheit, und war wegen eines Beamten, der in der Stadt für dieses Gewerbe zuständig war, zeitweise als ‚Brokat Stadt’ bekannt, zum Teil aber auch als ‚Hibiskus Stadt’. Sie ist in der chinesischen Vorstellung dafür berühmt, die Hauptstadt einer der drei Staaten zu sein, die die ‚Periode der Drei Königreiche’ (222-263) ausmachten, und so ist sie fester Bestandteil des bekanntesten chinesischen politischen Dramas aller Zeiten, ‚Die Drei Königreiche‘. Die Faszination von Chengdu war so groß, dass die zwei der bedeutendsten chinesischen Dichter sie vorübergehend ihr Zuhause nannten. Die Provinz war auch der Geburtsort der Erfindung von Papiergeld, und in jüngeren Jahren, getreu seinem unabhängigen Charakter, war es die letzte bedeutende Stadt Chinas, die den Kommunisten widerstand. Während es sich einst durch hölzerne Gebäude und Teehäuser auszeichnete, hat Chengdu in den letzten 50 Jahren den gleichen Wandel durchlebt, wie fast alle großen Städte Chinas. Zunächst kam die für die Kommunisten übliche Einebnung eines Großteils der alten Architektur, und was dann nicht unter dem Vorwand des Widerspruchs zum marxistisch- leninistisch- Mao Zedong´schen- Gedankengut dem Erdboden gleich gemacht wurde, verschwand im Verlauf des Wiederaufbaus des ganzen Landes, der in den 80er Jahren begann. Dennoch ändern sich kulturelle Bräuche nicht über Nacht, und obwohl ca. 10 Millionen Menschen in der Umgebung wohnen, fühlt sich die Stadt wesentlich entspannter an als etwa Peking oder Schanghai. Es gibt sie noch immer, diese Teehäuser, wie das im „People’s Park“, wo man plaudernd auf einem Stuhl den Nachmittag verbringen kann, bevor man sich auf den Weg zu einem der vielen auf Hot Pot spezialisierten Restaurants zum Abendessen macht. |