Foribidden CityChengdu liegt in Westchina und ist die Hauptstadt der Sichuan- Provinz (frühere Schreibweisen waren u.a. Szechwan und Szechuan). Diese Provinz ist in ganz China und über dessen Grenzen hinaus, für sein scharf gewürztes Essen, Pandabären, Tee-Genuss und Hot Pot (eine Art scharfgewürztes Fondue) bekannt. Das Becken, in dem Chengdu liegt, wird von Bergen eingerahmt, die als natürliche Hindernisse gegen Händler und Angreifer dienten. Über viele Jahre galten die gefährlichen Ufer des Yangtze- Flusses als bester Zugang in das Sichuan- Becken. Noch zu Zeiten der Tang Dynastie galt dies jedoch als eine so gefährliche Reise, dass eines der berühmtesten Gedichte dieser Zeit folgendermaßen beginnt: „Die Straße nach Shu ist beschwerlich.“ – Shu war der Name eines alten Königreichs, dessen Hauptstadt Chengdu war. Diese relative Abgeschiedenheit vom Rest der chinesischen Welt führte dazu, dass die Sichuanesen zeitweise unabhängige Königreiche hatten, und manchmal war ihre kulturelle Zugehörigkeit zu den Nachbarn außerhalb der Grenzen der chinesischen Welt stärker als die zur chinesischen Welt selbst. Bis zum heutigen Tage werden die besonderen Eigenschaften dieser Region vom Rest Chinas anerkannt, und die Sichuanesen gelten als entspannt und freundlich.

Chengdu hat eine poetische Vergangenheit, und war wegen eines Beamten, der in der Stadt für dieses Gewerbe zuständig war, zeitweise als ‚Brokat Stadt’ bekannt, zum Teil aber auch als ‚Hibiskus Stadt’. Sie ist in der chinesischen Vorstellung dafür berühmt, die Hauptstadt einer der drei Staaten zu sein, die die ‚Periode der Drei Königreiche’ (222-263) ausmachten, und so ist sie fester Bestandteil des bekanntesten chinesischen politischen Dramas aller Zeiten, ‚Die Drei Königreiche‘. Die Faszination von Chengdu war so groß, dass die zwei der bedeutendsten chinesischen Dichter sie vorübergehend ihr Zuhause nannten. Die Provinz war auch der Geburtsort der Erfindung von Papiergeld, und in jüngeren Jahren, getreu seinem unabhängigen Charakter, war es die letzte bedeutende Stadt Chinas, die den Kommunisten widerstand.

Während es sich einst durch hölzerne Gebäude und Teehäuser auszeichnete, hat Chengdu in den letzten 50 Jahren den gleichen Wandel durchlebt, wie fast alle großen Städte Chinas. Zunächst kam die für die Kommunisten übliche Einebnung eines Großteils der alten Architektur, und was dann nicht unter dem Vorwand des Widerspruchs zum marxistisch- leninistisch- Mao Zedong´schen- Gedankengut dem Erdboden gleich gemacht wurde, verschwand im Verlauf des Wiederaufbaus des ganzen Landes, der in den 80er Jahren begann. Dennoch ändern sich  kulturelle Bräuche nicht über Nacht, und obwohl ca. 10 Millionen Menschen in der Umgebung wohnen, fühlt sich die Stadt wesentlich entspannter an als etwa Peking oder Schanghai. Es gibt sie noch immer, diese Teehäuser, wie das im „People’s Park“, wo man plaudernd auf einem Stuhl den Nachmittag verbringen kann, bevor man sich auf den Weg zu einem der vielen auf Hot Pot spezialisierten Restaurants zum Abendessen macht.


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