Die Insel Hainan, die an Chinas südlichstem Punkt liegt, hat im Laufe der Zeit wiederholt als Strafkolonie gedient, wurde von den Japanern überfallen und ausgebeutet, wurde als Freihandelshafen genutzt und ist heutzutage eine Insel, die China gerne mit Hawaii vergleicht. Dieser Vergleich ist nicht ganz unberechtigt, da Tourismus und ein Marinestützpunkt die Wirtschaft beider Inseln ankurbeln.

Die ersten Chinesen, die Hainan besiedelten, waren Angehörige des Volksstammes der Li. Während der westlichen Han Dynastie (206 v. Chr. bis 24 n. Chr.) zogen viele Angehörige dieser Chinesischen ethnischen Minorität aus ihrer ursprünglichen Heimat in der Provinz Guangxi nach Hainan und vertrieben die Ureinwohner.

Hainan wurde ursprünglich „Tor zur Hölle“ genannt, und ihr berühmtester Exilant war Su Dong Po, einer der bekanntesten Chinesischen Gelehrten. Er wurde Ende des 11. Jahrhunderts ins Exil nach Hainan geschickt, weil er in seiner Poesie die Regierung kritisierte. 1098 gründeten die Bewohner der Stadt, in der Su Dong Po lebte, zum Andenken an ihn die Dong Po - Akademie. (Dies war das zweite Mal, dass er im Exil lebte. Zuvor war er nach Hangzhou ins Exil geschickt worden, wo das berühmte Schweinefleisch-Gericht Dong Po Rou nach ihm benannt wurde.)

Während des 16. und 17. Jahrhunderts begannen die Han-Chinesen, die ethnische Gruppe, der die Mehrheit der Chinesen angehört, auf die Insel Hainan zu ziehen, und verdrängten die Li in das hügelige südliche Hinterland. Schließlich rebellierten die Angehörigen des Stammes Li und zwangen dadurch die Regierung, Söldner der ethnischen Miao Minorität auf die Insel zu schicken. Viele dieser Miao, die ursprünglich aus der Provinz Guizhou stammten, entschlossen sich, sich auf Hainan niederzulassen. Und so setzt sich heute 98% der Bevölkerung Hainans aus diesen drei ethnischen Gruppen zusammen.

Im Verlauf der Geschichte war Hainan immer entweder dem Kommando der Provinz Guangxi oder dem von Guangdong unterstellt. Im zweiten Weltkrieg wurde Hainan vorübergehend von den Japanern überfallen und besetzt, die es auf das Stahlvorkommen der Insel abgesehen hatten. Daraufhin schlossen sich die chinesischen Kommunisten und die Anhänger der Li Minorität zusammen, um die Japaner zu bekämpfen und erlangten 1950 die Kontrolle über die Insel zurück.   

Als Deng Xiao Ping 1988 die Türen Chinas öffnete, gab die Chinesische Regierung Hainan offiziell den unabhängigen Provinzstatus. Seit jener Zeit hat sich das heutige Hainan entwickelt  - ein tropischer Erholungsort, der mit weißen Sandstränden und klarem blauem Himmel gesegnet ist und an dessen sichelförmigen Buchten erstklassige internationale Resort- Hotels zu finden sind. Diesen Resort- Hotels und der Entwicklung eines Marktes für Zweitwohnsitze von Privatleuten hat die Insel es zu verdanken, dass sich ihr ehemals ausschließlich landwirtschaftlicher Charakter  geändert hat. So war die Insel früher nur für Gummibäume und Obstgärten bekannt, und ist nun zu einem anerkannten Reiseziel für internationale Sonnenanbeter geworden, an dem sich wohlhabende Chinesen mit Ausländern mischen und wo nahezu jeder auf Urlaub ist.

 

 
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