The Terracotta Warriors
   
 

The Terracotta Warriors: Forbidding Sentinels of a Death Defying Emperor

Die Terrakotta-Krieger sind nur eine kleine Schar aus der achttausend Mann starken Untergrund-Armee, die in der Vorderfront der Grabstätte des Kaisers Qinshihuang (R.221-207 n.Chr.) beigesetzt ist um ihn im Nachleben zu verteidigen. Die handwerkliche Kunst, die man an jeder der Statuen bewundern kann ist genauso gewaltig wie die Größenordnung des Projektes. Also, wer war der Kaiser Qinshihuang um eine derartige Pracht zu verdienen?

Als einer der wichtigsten Regenten der chinesischen Geschichte hinterlässt dieser Kaiser ein Erbe, das moralisch gesehen so kompliziert wie jenes von Peter dem Großen ist. Denn genauso wie der russische Zar ist er für seinen Beitrag zur Erreichung eines moderenen Staates genauso bekannt wie dafür, dass er seinen visionären Projekten tausende von Arbeiterleben opferte. Als er dreizehn war, wurde er zum König des Staates Qin gemacht und mit achtunddreißig eroberte er sechs Nachbarländer um China zum ersten Mal in der Geschichte zu vereinigen.

Obwohl er für seine Tyrannei geschmäht wird, zollt man Qinshihuangdi auch Bewunderung für die einsichtigen politischen Entscheidungen, an denen sich auch die nachfolgenden Dynastien orientierten. Um eine Synthese der sieben verschiedenen Staaten in eine einzige Nation zu schaffen führte er eine gemeinsame Schrift ein und standardisierte das Währungs- und Messsystem. Er kodifizierte ein Rechtssystem, damit die Regierung effizienter arbeiten konnte und ersetzte vererbliche Regierungsposten durch einen Beamtenapparat, der zentral gesteuert wurde. Zur Erhöhung der industriellen Produktivität ermutigte er landwirtschaftliche Reformen und errichtete zahlreiche Straßen. Er überwachte den Bau einer Verteidigungsfestung, der ersten Großen Mauer, entlang der nördlichen Grenze, die Angriffe der barbarischen Stämme eindämmen sollte. Diese Strategien waren für China nützlich, aber tausende chinesische Arbeiter starben bei der Ausführung dieser weitgreifenden öffentlichen Bauarbeiten.

700.000 Zwangsarbeiter wurden für die Errichtung seiner Bestattungsstätte geopfert, mit diesem Vorhaben wurde begonnen sobald er auf den Thron stieg. Alle Arbeiter und kinderlosen Konkubinen wurden mit ihm begraben, damit das Geheimnis gewahrt wurde. In dem „Geschichtlichen Bericht“, der von Sima Qian ein Jahrhundert später geschrieben wurde heisst es, dass im zentralen Raum des Grabes Himmel und Erde repräsentiert sind. Die in die Decke eingelegten Perlen stellen den Sternenhimmel dar. Der Steinboden hat die Form des chinesischen Königreiches und wird von hundert Quecksilberflüssen durchquert. Alle Schätze sind durch tödliche Sprengfallen geschützt

Das Hauptgrab ist noch nicht ausgehoben – zum Teil, weil sich die Archeologen über den genauen Standort nicht schlüssig sind. Die Kaiser ließen oft mehrere große Bestattungshügel errichten um Räuber so von dem tatsächlichen Standort ihres Grabes abzulenken. Der künstliche Erdhügel, der heutzutage das kaiserliche Grab bezeichnet muss nicht unbedingt die Position der wundersamen zentralen Kammer angeben. Nachdem jedoch in der letzten Zeit aus dem Umfeld hohe Quecksilberwerte gemeldet wurden glauben die Archäologen, dass sie das Grab vielleicht endlich entdeckt haben. Die Terrakotta-Armee, die Sie heute sehen werden ist nur eine der vielen Barrieren, die der rücksichtslose Kaiser ersonnen hat, um seine Bestattungsstätte für die Ewigkeit zu schützen.

Der Kalkstein- und Marmorkouroi und Kurai der späten griechischen archaischen Periode (35-480 v. Chr.) widerlegen, dass die Terrakotta-Armee die erste freistehenden Statuen in der Geschichte der Kunst waren. Die Genialität des Entwurfes und der Fertigung der Terrakotta-Armee ist dadurch nicht in Frage gestellt. Während die alten Griechen die einzelnen Statuen akribisch aus dem Stein meisselten, hatte die Qin-Dynastie mit den Problemen der Massenproduktion zu kämpfen. Zehntausende Figuren von Mensch oder Tier wurden in Arbeitsprozessen gefertigt, die mit der Herstellung von stabilen Gliedmaßen begonnen wurden.

Indem sie jede der hohlen Figuren auf stabile Beine setzten, brauchten die alten chinesischen Handwerker sich nicht mehr den Kopf darüber zu zerbrechen, wie man die Figuren freistehend machen könnte. Hohle Köpfe, Arme und Beine aus verkohlter Erde wurden mit Gipsstreifen auf die stabilen Beine gesetzt. Nachdem dieses Grundmodell zusammengefügt war wurde es von einer feinen Gipsschicht bedeckt und Details Augen, Mund und Nase, sowie Einzelheiten der Kleidung wurden in die Gipsmasse geritzt, solange diese noch formbar war. Ohren, Bart und Rüstung wurden extra gefertigt und dann hinzugefügt. Anschließend wurde die ganze Figur bei hohen Temperaturen gebrannt.


 

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